Luftfahrt: Berichte

Ausbildung

LOLO
2016

Mitte Jänner begann der Theoriekurs. Zwei Wochenenden, jeweils von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend. Ganz schön anstrengend, aber dann war der Teil mit Anwesenheitspflicht geschafft. Die restlichen geforderten Stunden absolvierten wir im Selbstudium.
Mitte Februar dann die Theoretische Prüfung. Zwei Stunden mit 180 Multiple Choice Fragen, teilweise nur zu beantworten wenn man den Stoff auch verstanden und nicht nur auswendig gelernt hat. Mit nur fünf falschen Antworten bestand ich den Test problemlos.
An den Sams- und Sonntagen wurden wir von unseren Fluglehrern, bzw. von Regina (auch Segelfliegerin) vorbildlich bewirtet, es gab jeden Tag ein frisch gekochtes Mittagessen. Während der gemeinsamen Mittagspause wurde natürlich auch über allfällige Fragen lebhaft diskutiert.

In der restlichen Zeit bis der Flugbetrieb endlich wieder startete, stand ableisten von Arbeitsstunden am Programm. Bemalen der Pistenmarkierungen, Hangar aufräumen, Flugzeuge polieren und die Flugzeuge wieder zusammenbauen. Dabei konnte ich die Technik der Flugzeuge besser kennen lernen, für mich natürlich besonders interessant, aber auch meinen Kontakt zu den anderen Vereinsmitgliedern intensivieren.

Nebenbei begann ich Anfang März auch noch mit einem Funkkurs, um später die Prüfung für das EFZ (eingeschränktes Funkerzeugnis) abzulegen. Hat gerade gut gepaßt, denn ich war schon in Fahrt beim lernen und hatte auch sonst nichts anderes vor. Wenigstens ein Vorteil wenn man Single ist. Für höhere Lizenzen wie TMG oder PPL ist das Funkerzeugnis Vorraussetzung und der Flugfunk hat mich schon immer fasziniert. Also warum nicht gleich das Funkerzeugnis absolvieren.
Wie schon beim Theoriekurs, durfte ich mich wieder dem von der Union abgehaltenen Funkkurs anschließen. Hauptsächlich wird im Selbsstudium mit Radiocheck gearbeitet, zusätzlich gibt es aber noch Übungsabende mit einem Funklehrer. Es ist zwar möglich sich alles mit Radiocheck selber beizubringen, die Übungsabende sind aber dennoch sehr hilfreich. Man kann sehr von der Erfahrung der Funklehrer profitieren. Fragen können gleich geklärt werden, das funken mit einer realen Person ist anders, als alleine daheim vorm PC zu sitzen und man bekommt auch direkt eine Rückmeldung über den eigenen Übungsstand.
Nach ein paar Übungen hat man das funken schnell herausen und es wird immer mehr zur Routine. Die eigentliche Herausforderung ist das schnelle mitschreiben, das für die Prüfung unbedingt notwendig ist und daher auch gut geübt werden muß. Im Flugzeug, wenn man sich auch noch auf das fliegen konzentriert und nicht im Lehrsaal sitzt, sieht die ganze Sache wohl noch mal anders aus. Wie das dann funktionieren soll, wenn man die Informationen auch wirklich beachten und verstehen muß, ist mir noch nicht so ganz klar. Aber das ist sicher auch eine Frage der Übung.

Ende März startete endlich wieder der Flugbetrieb und ich konnte mit meinen Flugstunden weitermachen. Dabei war ich hauptsächlich auf Platzrunden mit dem Motorsegler beschränkt, um das starten und vor allem landen zu üben.
Dazwischen war aber auch mal Gelegenheit meine ersten Windenstarts zu absolvieren. Sehr aufregend. Man muß sich auf jeden Fall daran gewöhnen und wissen was einen erwartet, um das Flugzeug immer unter Kontrolle zu haben. Zusätzlich bin ich dabei zum ersten mal mit der ASK-13 geflogen, was vom Flug- und Steuergefühl her doch deutlich anders ist als mit dem Motorsegler. War also ein spannender Tag, das erste mal Windenstart und noch dazu mit einem unbekannten Flugzeug.
Eines Tages, als am Flugplatz nichts los war, hatte der Fluglehrer dann ein besonderes Programm für mich: Außenlande-, Langsamflug-, Motorausfall- und Startabbruch Übungen. Neun Starts und insgesamt 1:30 Stunden Flugzeit an einem Tag. Auch wenn normale Landungen schon ganz gut klappen, bei einer Außenlandung sieht die Sache wieder ganz anders aus. Um sich hier gut vorbereitet zu fühlen, ist noch einiges mehr an Übung notwendig. Mein Fluglehrer wird sicher nicht darauf vergessen :-). Am Ende des Tages dann noch ein kleiner Hinweis des Fluglehrers: ich kann mich langsam darauf einstellen, bald alleine im Cockpit zu sitzen! Bin schon gespannt auf dieses Erlebnis. Aber um wirklich ein guter Pilot zu werden und alle Situationen im Griff zu haben, fehlt mir noch sehr viel Übung. Was mir immer wieder bewußt wird, wenn mich der Fluglehrer durch irgendwelche Abweichungen von der Standardplatzrunde ziemlich aus dem Konzept bringt.

Ich bin gespannt ob ich vor meinem ersten Alleinflug noch mein Medical bekomme. Ohne dieses darf man nicht alleine fliegen. Den Antrag hatte ich schon vor Weihnachten nach Wien geschickt, aber bis jetzt (Ende April) noch keine Antwort darauf bekommen. Ich warte also schon seit 4 1/2 Monaten auf mein Medical und weiß nicht genau wie lange es noch dauern wird. Auf Nachfragen bekam ich nur die Antwort, daß es nicht vergessen wurde, man aber auch nicht sagen kann wie lange es noch dauern wird.
Im schlimmsten Fall würde mich der Fluglehrer dann also alleine fliegen lassen, ich darf aber nicht weil mein Medical noch nicht bestätigt ist. Keine schöne Aussicht. Wer will schon wegen der Bürokratie seinen ersten Alleinflug verschieben müssen.

Am 30. April war es dann so weit. Nach ein paar Platzrunden mit dem Fluglehrer rollten wir zur Tankstelle. Ich dachte mir: Ok, vielleicht fliegen wir noch wo hin. Eine Runde nach Hofkirchen oder Außenlandeübungen. Aber nein, wir haben Vollgetankt um den Schwerpunkt in einem ähnlichen Bereich wie vorher zu halten. Denn nach dem tanken sollte ich alleine fliegen und das Gewicht des Fluglehrers würde fehlen.
Genau wie befürchtet ist also der Fall eingetreten, daß ich vom Fluglehrer aus alleine fliegen dürfte, aber dem Gesetz nach nicht darf, weil ich kein Medical habe. Sehr blöd. Also dem Fluglehrer beichten und auf den ersten Alleinflug verzichten.
Zum Glück ist mein Fluglehrer aber recht locker und er kennt mich auch schon ein paar Tage. Also durfte ich trotzdem drei Starts alleine machen. Die Nervosität hielt sich in Grenzen, aber trotzdem checkte ich alles doppelt und spürte die Anspannung. Während der kurzen Flüge war ich ziemlich konzentriert und konnte es daher kaum genießen/begreifen alleine zu fliegen. Alles funktionierte problemlos und als ich dann wieder am Boden war, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Die Freude über den Alleinflug und das innere Grinsen hielt dann noch ein paar Tage an. Bis ich wieder alleine fliegen darf, muß ich jetzt weiter auf mein Medical warten. Hoffentlich wird es bald was.

Mitte Mai absolvierte ich die Prüfung für das Funkerzeugnis, ich bestand ohne Probleme. Dank der guten Vorbereitung durch meine Funklehrer war der praktische Teil bei mir (und allen anderen aus meinem Funkkurs) ohne Probleme. Den theoretischen Teil und die englischen Übersetzungstexte mußten wir selber lernen. Aber auch hier genügten mir ein paar Tage Vorbereitung um die Prüfung zu bestehen.
Jetzt kann ich nur hoffen, daß ich mein Medical bald bekomme und alleine fliegen darf. Nicht das ich in der Zwischenzeit das funken wieder verlerne.

Ende Mai hat sich endlich die Austrocontrol wieder gemeldet. Sie forderten noch mehr ärztliche Bestätigungen. Obwohl ich mich bemühte alles so schnell als möglich zu bekommen, dauerte es doch wieder zusätzliche drei Monate alle Dokumente zu erhalten. Die Urlaubszeiten der verschiedenen Ärzte überschnitten sich so blöd, daß ich immer wieder zwei bis drei Wochen warten mußte. So vergeht die Zeit schnell und ehe man sich versieht, sind schon wieder drei Monate vorbei. Immer wieder die Nachricht das ich noch länger warten muß und jedes mal schrumpfte meine Motivation. Langsam geht es mir echt nur mehr auf die Nerven.
Wenigstens litt die Lust am fliegen nicht darunter. Während ich also immer nur die Nachricht über weiteres warten bekam, war ich trotzdem fleißig mit dem Fluglehrer unterwegs. Fliegen durch die Kontrollzone, landen auf anderen Flugplätzen, Windenstarts, Flugzeugbeherrschung, etc. Der Fluglehrer hatte immer wieder etwas neues für mich. So konnte ich schon einen Eindruck der späteren TMG Schulung bekommen und den ein oder anderen längeren Thermikflug absolvieren.
Ich versuche es positiv zu sehen, denn mehr Erfahrung mit dem Fluglehrer an meiner Seite, vor den Alleinflügen, schadet sicher nicht. Allerdings dürfte ich wohl bald den Rekord für die längste Ausbildung im Verein brechen.

Ende August hatte ich immer noch kein Medical, aber die Chancen standen gut, daß es bald so weit sein würde. Dann hatte ich allerdings einen Unfall der mir zwei Monate Krankenstand bescherte, was natürlich auch das Medical und die Ausbildung weiter verzögerte.
Anfang November wieder gesund, konnte ich bis Weihnachten noch ein paar Starts im Motorsegler machen, mit dem Fluglehrer an meiner Seite. Wegen dem Medical brauchte ich keine Eile mehr zu haben, denn für diese Saison hätte es sowieso nichts mehr gebracht.

2016

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